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Interview mit der Autorin Alexandra Wirth
Frau Wirth, sie schreiben schon seit einigen Jahren, haben aber nun erst begonnen, öffentlich zu publizieren. Warum erst jetzt? "Oh, ich schreibe schon sehr viel länger und selbstverständlich habe ich auch schon im Internet publiziert. Allerdings habe ich erst im Dezember des vergangenen Jahres meine beiden ersten Bücher veröffentlicht. Das liegt hauptsächlich daran, dass es mittlerweile erschwinglich geworden ist, auch ohne einen starken Verlag im Rücken Bücher heraus zu bringen." Fehlt dieser Verlag nicht oft auch? Braucht ein Autor nicht einen erfahrenen Partner, der sich um Werbung, Lektorat und ähnliche Dinge kümmert? "Natürlich wäre es sehr viel einfacher, wenn ich einfach nur schreiben könnte und mich nicht um die lästigen Detailfragen kümmern müsste. Andererseits bin ich so mein eigener Herr und habe vollständige Kontrolle über das, was mit meinem Geschreibe geschieht. Das ist mir wichtig. Ich betreibe ja das Schreiben immer noch in erster Linie aus echter Leidenschaft und so ist mir meine Unabhängigkeit wichtiger als ein erfolgsorientierter Partner, der eben nicht immer die Dinge einfacher macht." Sind sie nicht erfolgsorientiert? "Selbstverständlich bin ich das. So viel Eitelkeit muss ja erlaubt sein. Aber Erfolg misst sich für mich nicht in Verkaufszahlen, sondern eher darin, wie meine Bücher bei denen, die sie lesen, aufgenommen werden. Ein einziger Leser, der wirklich Freude an meiner Schreiberei hat und dem meine Geschichten tatsächlich etwas sagen, wiegt mir mehr als eine Unmenge verkaufter Bücher, die in Regalen verstauben. Wobei ich natürlich nichts gegen eine Kombination aus beidem hätte..." Ihr Schreibstil ist sehr schlicht. Sie verzichten weitgehend auf blumige Umschreibungen und ziehen recht sachliche Sätze vor. Warum? "Meine Bücher sind Unterhaltung. Wohl - so hoffe ich - Unterhaltung, die zum Denken anregt, aber nichtsdestotrotz nicht für den Literaturnobelpreis geschrieben. Ich mag es, wenn eine Geschichte oder ein Gedicht die Gedanken in eine Richtung schubsen, das Denken aber nicht vorweg nehmen. Deshalb vermeide ich Metaphern und bildhafte Sprache. Sicher, das hat auch seinen Reiz, aber für mich ist Sprache sehr logisch und das Medium, das uns Denken erst möglich macht. Wo die Worte fehlen, kommt kaum ein Gedanke über das Stadium eines diffusen Gefühls hinweg. Einfache und klare Sprache macht den Gedanken möglich; bildhafte Sprache verpackt das Ganze wieder in Gefühle. Ich möchte aber dem Leser seine Gefühle nicht diktieren, sondern wünsche mir, dass man beim Lesen meiner Geschichten selbst in Gedanken spazieren geht." Sie haben nun eine Sonderaktion gestartet, mit der Käufer Ihrer Printbücher als kostenlose Zugabe das eBook Wortgeflügel erhalten. Ist das nicht ein Verramschen Ihrer Werke? A.Wirth lacht. "I wo! Ich schreibe zum Spaß und nehme den wirtschaftlichen Aspekt nicht ganz so ernst. Aber es gibt an meinen Veröffentlichungen zwei Dinge, die mich selbst recht empfindlich stören: Die Bücher sind eigentlich zu teuer und die Wartezeiten nach der Bestellung durch das Print-on-Demand Prinzip etwas zu lang. Mit dieser Sonderaktion möchte ich dafür ein wenig entschädigen. Ein Push-Effekt für meine Homepage ist natürlich durchaus auch willkommen."
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